Trachten — wo Brauchtum sich bewegt.
Trachten ist ein deutschsprachiges Magazin für Bayerische Volksmusik, Tracht und Brauchtum im DACH-Raum. Wir schreiben für die etwa 800.000 organisierten Mitglieder des Bayerischen Trachtenverbands in etwa 1.250 Trachten-Vereinen, für österreichische Volksmusik- Vereins-Mitglieder, für Wiesn-Besucher:innen (etwa 6 Mio. jährlich beim Münchner Oktoberfest), für Heimatpflege-Aktive, für die etwa 8.000 organisierten Blasmusik-Vereine in DACH, für Trachten-Schneider:innen und -Händler:innen, für Brauchtumspflege-Studierende an der LMU München, der Universität Augsburg und der Universität Regensburg und für Volkskunde-Forscher: innen. Acht Ressorts, eine konsequente Haltung: Die bayerisch-österreichische Volksmusik und das Brauchtum sind präzise volkskundlich überlieferte Disziplin mit eigener Tracht- Architektur und gewachsener Festzeit-Tradition — keine Touristen-Folklore-Bühne und keine Klischee-Plakate-Plattform.
Acht Ressorts — Volksmusik, Tracht, Brauchtum, Wiesn, Kapelle, Modern, Heimat, Region — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um ein einzelnes Maibaum-Stehlen-Ereignis, manchmal hängt ein ganzer Band an einer Wiesn-Bilanz. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf einer Frühjahrs-Maibaum-Saison-Bilanz und einem Stand der Wiesn-Vorbereitung als programmatischem Auftakt.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen volkskundlicher Tracht-Tradition und moderner Volksmusik-Welle. Das Münchner Oktoberfest seit 17. Oktober 1810 (zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Therese von Sachsen-Hildburghausen) zieht heute etwa 6 Mio. Besucher:innen jährlich in 14 große Festzelte mit den Trinkkapazitäten von etwa 6.000–10.000 Plätzen je Zelt — Schottenhamel mit dem traditionellen Anstich seit 1903, Augustiner, Hofbräu, Käfer Wiesn-Schänke, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner als die prägenden Brauereien. Die Trachten-Reform-Bewegung unter Maximilian II. von Bayern um 1850 hat die regionalen Tracht-Varianten erstmals volkskundlich-systematisch erfasst — Miesbacher Männer- Tracht mit grauer Kniebund-Lederhose, weißem Leinenhemd, grauem Lodenjanker und Filzhut mit Gamsbart als die Standard-Linie, Berchtesgadener Damen-Tracht mit dem Schaufler-Hut, Werdenfelser Tracht als die zwei weiteren prägenden Linien. Der Bayerische Trachtenverband (gegründet 1890 als „Bayerischer Trachten-Erhaltungs-Bezirksverband") organisiert heute etwa 800.000 Mitglieder in etwa 1.250 Trachten-Vereinen. Auf der modernen Seite hat Hubert von Goisern (geboren 17. November 1952 in Bad Goisern am Hallstättersee) mit „Hiatamadl" 1992 und dem Album „Aufgeigen statt niederschiassen" den Wendepunkt zur Modernen Alpinen Volksmusik gesetzt. Wir behandeln die Volksmusik und das Brauchtum als das, was sie sind: präzise volkskundlich überlieferte Disziplin mit eigener Tradition.
Geschrieben ist Trachten für Trachten-Vereins-Mitglieder, die ihre Vereins- Praxis mit volkskundlicher Tiefe verbinden wollen; für Wiesn-Besucher:innen, die zwischen Festzelt-Tradition und Wiesn-Bier-Reform-Diskussion pendeln; für Blasmusik-Aktive, deren Polka-Walzer-Repertoire zwischen Egerländer- Tradition und Klassischer-Marsch-Linie balanciert; für Heimatpflege-Aktive, die ihre Maibaum-/Schuhplattler-Praxis mit der Volkskunde-Forschung abgleichen; und für Volkskunde-Studierende, die belastbare Hintergrund-Recherche zur regionalen Trachten-Vielfalt suchen.
Gastbeiträge
Trachten nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Volksmusik-/Brauchtums-Praxis geschrieben hat — Trachten-Reform-Anmerkung, Wiesn-Bilanz, Maibaum-Reflexion, Schuhplattler- Historik, Blasmusik-Verband-Studie, Volksmusik-Crossover-Analyse, Heimatpflege-Studie, Regionen-Trachten-Vergleich — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, eine konkrete Trachten-Verein-Bezeichnung mit Gau-Bezug sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer mit konkretem Volkslied-Titel statt mit „bayerische Tradition" arbeitet, hat schon gewonnen.
Eine gute Brauchtums-Reflexion ist die, in der am Ende klar ist, welche Region mit welcher Tracht-Variante auf welche Volksmusik-Linie traf und welche Festzeit das Vereins-Leben trug. Wir nehmen die Disziplin ernst.